


Die letzte Woche war schön, und ich bin zufrieden, mit meinem Programm ganz gut durchgekommen zu sein. Vormittags haben wir wie wild recycelt, Zeitungen, Tetrapacks, Dosen, Plastikflaschen, und ein weiterer Reifen haben die Lagune verlassen und ein neues Leben als Grußkarten, Geldbörsen, Spielzeug oder Schaukel angefangen. Ich bin zufrieden.
Als letzten offiziellen Akt habe ich die Recyclingtonnen aufgestellt, mit einer Kette gegen Diebstahl gesichert, und wollte eigentlich, dass die Kinder das gelernte den Erwachsenen zeigen, aber die Erwachsenen wollten nicht, die haben beschäftigt getan und sich gewundert. Naja, die nächste Generation ist ja dann jetzt so weit.
Im Wald haben wir einen Spieletisch, ein großes Aniaschild und eine Jurte installiert, die ich aus gespendeten Stoffen auf Carmens Nähmaschine zusammengeschneidert hab. Das war ein Spaß, so mit Muskelkraft-Antrieb und so, und nur ganz wenig Zicken :)
Freitag sollte dann noch meine Abschieds-Übernachtung im BoNi sein, aber jetzt ist schon Schule, und von allen Kindern durfte nur Manuel über Nacht bleiben, die anderen hatten ganz furchtbar viel mit ihren Heften zu tun. Wesentlich übersichtlicher so, ruhig und lagerfeuerromantisch, mit halb verbrannten Kartoffeln a la Huancaina, ohne Mond, aber sternenklar.
Zwischendurch bin ich auf den Huarango zwischen den beiden Dörfern gestiegen, der, der so eine schöne Liegefläche auf einem waagrechten Ast hat, habe mir den Sonnernuntergang hinterm Cerro angesehen und resümiert. Ich bin zufrieden, das Glas ist halb voll. Also von dem, was ich lehren wollte, sehe ich das, was angekommen ist. Und was ich erst gelernt habe... die viele Geduld, die Fähigkeit, Erwartungen herunterzuschrauben und Ansprüche milieuspezifisch anzupassen, weniger streng mit mir selbst zu sein, mich von Rückschlägen zu erholen... sehr wertvoll. Meine Umweltbildungsarbeit war für mich spannende Probierwerkstatt, was funktioniert und was nicht, und ich bin Expertin im Ania-Konzept geworden, das mich immer noch fasziniert. Ich war live im Dorfleben zwischen Tieren und Staub dabei, im Baumwollfeld, im Schlamm und im Sand, ich hab gesehen wie sie mitten im Dorf Müll abladen oder verbrennen, Huarangos fällen und sich gegenseitig anzicken, wie Geld für medizinische Versorgung, manchmal auch für Strom fehlt, aber manchmal auch der Wille. Manches tragisch, aber wahr. Immer spannend.
Bei allem bin ich nicht gebrochen und habe weiter Batterien vom Boden aufgehoben, auch wenn es mir manchmal wie ein Tropfen auf den heißen Stein war, und fast immer war ich nett, auch wenn andere ungezogen waren, weil so gehts auch. Fast immer. Und, ich hab gelernt, dass mich die Chacra zufrieden macht. Ganz besonders im Kontrast zu Lima oder Ica, wo es ständig laut und miefig und grau ist. Ich hab gelernt, den Smalltalk auf dem Land zu sprechen, und ich hab das ziemlich gut ertragen, ja sogar mögen gelernt. Auch wenn ich froh bin, dass man mir schon früh gezeigt hat, mir auch über andere Dinge Gedanken zu machen als Maisaussaat, Nierenleiden und all die wilden Partnertausche im Dorf (pueblo pequenyo - infierno grande!, ach, über die Klatschkultur könnte man noch einen eigenen Blog schreiben :) Danke, Bildung.












