Sonntag, 5. Februar 2012

Delicias del Perú.



Mir ist aufgefallen, dass der Blog allzu oft einen zu bitteren Ton hat. Drum ist es notwendig, mal einen Eintrag lang NUR von schönen Dingen zu schreiben :)
Endlich bin ich auf den Cerro gestiegen, auf die höchste Düne von San Pedro, und sie ist beim raufgehen auch noch viel höher als sie aussieht. Klar, weil man ja auch jeden Schritt zweimal machen muss, beim ersten Versuch rutscht man mit jeder Menge Sand wieder ein Stück runter. Aber oben ist es hermoso (wunderschön), hinter dem ersten Cerro kommen noch unzählige weitere, es sieht so aus, wie man sich das Ende der Welt, die Wüste aus der Jim Knopf-Geschichte vorstellt. Und das runtergehen/-hüpfen/-gleiten ist grrroßartig! Rauf bin ich mit den Jungs aus San Pedro eine gute Stunde gegangen/-krochen/-keucht - unten waren wir in 10 Minuten. Wie Schnee, nur ein bisschen grober und nicht ganz so weiß und überhaupt kein bisschen kalt.
Bestimmt einer der allerschönsten Orte hier sind die Huarangales, die Baumgrüppchen aus Huarangos am Fuß des Cerros. Der Sandboden ist dort überdeckt aus einem Teppich kleiner, weicher Blättchen, die Bäume spenden einen schönen kühlen Schatten und Don Lucho schenkt mir Wassermelonen, wann immer ich an seiner nahen Chakra vorbeikomme. Es ist schön ruhig, die Luft ist sauber, und rotbäuchige Turipilíne und grüngefiederte Loros fliegen durch die Zweige. Da werden sogar die Kids ruhig und hören sich friedlich die Ania-Geschichten an. Wenn ich ihnen verspreche, dass wir uns nachher im nahen Brunnen baden gehen.
Und dann ist da das peruanische Essen, von dem ich schon ganz lang schreiben will: da gibt es Causa Rellena, gefüllte Kartoffelmatsche, fritierte Yucca (viel leckerer als Pommes) Locro (leckerer Kürbiseintopf mit Käse), und Lomo Saltado (Rücken mit Kartoffel und Gemüse, von dem ich nur die Kartoffeln und Gemüse esse, was aber geschmacklich ganz genauso fein ist). Dann natürlich Avocado zu jeder Tageszeit, und all die frischen tropischen Früchte, Mango, Papya, Maracuya, Grenadilla, Naranjilla und Pfirsich - der Plan ist, hier soviel davon zu essen, dass mir der Spaß daran vergeht und ich daheim kein Importobst mehr kaufen muss. Carmens selbstgemachte Limonade ist herrlich erfrischend und in Chicha morada (Saft aus rotem Mais mit Limone) könnte ich mich baden. Und zum Nachtisch gibt es dann Arroz con Leche mit viel Zimt, Mazamorra (Pudding aus dem gleichen roten Mais) oder Picarones (Kringel mit süßem Honigsaft). Oh, und ich vergesse TacuTacu, Reis mit Bohnen und Ají (peruanischem Chili) und Papa a la Huancaína, Kartoffel mit Soße aus Huancayo, eins meiner Favoriten.Carmen kocht alles recht einfach, aber sehr lecker. Und mit vieeelen Kohlenhydraten. Die Suppe hat meist nicht nur Weizen, sondern auch Reis und manchmal Kartoffelstücke. Und wenn in der Suppe noch Nudeln fehlen, sind sie sicher im Hauptgang dabei. Inzwischen esse ich immer brav alles auf, auch den Salat und die Früchte hinterher, sehr zu Carmens und Gilbertos Freude.

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