Wieder mal war ich San Pedro untreu und eine Woche in Chincha unterwegs, in Alto Laran auf Ania-Fortbildung. Nicht dass ich das inhaltlichn ach nunmehr 4 Monaten TiNi-Arbeit noch dringend gebraucht hätte, nichtsdestotrotz sehr erhellende Tage mit grossartiger Besetzung, verschiedenen TiNi-Besuchen, praktischer Anwendung, jeden Morgen Yoga, Qi Gong oder Tai Chi, und jeder Menge positiver Energie. Joaquín, der Gründer und geistiger Papa von Ania, ist wunderbar charismatisch und begeistert bei der Sache, was unglaublich mitreisst. Ich habe südamerikanische Ökos kennengelernt, was mir sehr gut getan hat, mal wieder mit Leuten zusammen zu sein, die auf der gleichen Welle reiten und mich nicht als Absurdum sehen, das hier als lustiger Hippie versucht die Welt zu retten, weil es offenbar zu viel Zeit übrig hat :D Alto Laran ist ausserdem ein regelrechtes TiNi-Dorf, und trotz knapper Ressourcen (obwohl nicht sooo knapp wie in San Pedro oder gar San Jacinto) spriessen die TiNis nur so aus dem Boden, und alle wollen mitmachen und sind überhaupt toll.
Jetzt, wo ich voll bin mit neuen Ideen und mein Ania-Konzept frisch gestärkt wurde, ist vielleicht ein schöner Moment, das mit den TiNis und so mal genauer zu erklären. Wir beginnen damit, bei den Kindern ansatzweise ein Problembewusstsein zu entwickeln, indem darauf hingewiesen wird, wo es dem Planeten schlecht geht, verdreckte Natur, misshandelte Tiere undsoweiter. Dann kommt Ania ins Spiel, (inzwischen als ganz niedliche (Recycling-)Stoffpuppe auch in natura in San Pedro vor Ort) und macht ihren Job ganz grossartig, indem sie sich nämlich allein mit ihrem lieben Gesichtchen schon in die Herzen der Kinder (und Erwachsenen) strahlt. Dann werden die Geschichten erzäehlt, in denen Ania ihre Mission erhält, nämlich in den Menschen den Respekt und die Liebe zur Natur wiederzuentdecken. Wenn das verstanden ist, hat man schon halb gewonnen, weil die Kids dabei natürlich mithelfen wollen. Und, tadaa, dafür hat Ania doch auch gleich den richtigen Weg parat, nämlich eine Tierra de Niños anlegen, und damit ein kleines Stück Erde schonmal retten. Dabei ist ganz wichtig, dass das die Kinder Protagonisten sind, damit sie sich im Prozess des Weltrettens wichtig fühlen und als fähig begreifen, einen Unterschied zu machen, auch wenn er klein ist. Nicht zuletzt will Ania ja auch Selbstbewusstsein und Kinderrechte unterstützen.
Es geht dann weiter damit, einen geeignetes Stück Erde zu suchen, das können auch ein paar Blumentöpfe sein, und die Erwachsenen dazu zu bringen, den Kindern dauerhaft dieses Stueck Erde zu übergeben, das wird auch alles schön wichtig und offiziell mit hübschen Urkunden und Unterschriften gemacht, wo die Eltern versprechen, den Kindern das Land nicht wieder wegzunehmen und die Kinder umgekehrt, dass sie sich gut kümmern werden, immer giessen und fleissig sähen wollen. Dann wird geplant, bei grösseren TiNis zumindest, da wird gebrainstormt, was alles reinmuss in die TiNi und was überhaupt und wenn ja wie umsetzbar ist, und daraus wird dann eine schöne Vision gemalt, gebastelt oder kollagiert. Motivationsphase zuende, und alles wird umgesetzt. Wenn die TiNi steht und läuft, muss das auch anerkannt werden, Urkunden, Besuche, Wettbewerbe, Medienaufmerksamkeit, alles schon vorgekommen. Die Anerkennung macht die Projekte nachhaltig, und bei einigen grösseren TiNis an Schulen bilden sich Komitees aus Schülern, die die Instandhaltung organisieren, und parallel gibt es Workshops rund um Gärtnern, Verschönern und Umweltschutz.
In dieser Phase bin ich grad mit der Schul-TiNi in San Pedro, nur dass, wie ja schon öfter geschildert, in der Motivationsphase offenbar was schiefgelaufen ist. Jetzt wo noch viele Baumwollkinder dasind, will ich das nutzen, um im BoNi gut voranzukommen und diesmal alles richtig zu machen, und hoffentlich auch die einheimischen Kinder genügend mitzureissen. Manchmal bin ich nämlich mit einem ganzen Haufen Kinder von ausserhalb unterwegs, und aus San Pedro ist nur die kleine Esperanza dabei. Macht allerdings nichts, auch das ist schon ein wichtiger Beitrag, und Esperanza heisst ausserdem Hoffnung :)
Hallo Katrin, Glückwunsch zu deiner erfolgreichen Mission - weltweit ist für alle Lehrer die Motivation der Schüler die schwierigste Angelegenheit... wir freuen uns auf weitere Berichte deiner anstehenden Reisen!liebe Grüße Maria
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